Büdnerhaus von 1745
in Hohen Neuendorf - Bergfelde, Oberhavelkreis

Dorothea Hannemann,
die letzte
Bewohnerin des Büdnerhauses

Einen wesentlichen Anteil daran, dass die Bergfelder Bevölkerung den Wert dieses Hauses erkannt haben, hat eine bemerkenswerte Frau, die von außerhalb kam:
die letzte Bewohnerin des Büdnerhauses Dorothea Hannemann.
Seit Anfang der 1970-er Jahre war das Haus ihr Eigen, erworben für acht- oder neuntausend Mark der DDR. Bevor sie einzog, stand es schon einige Zeit unbewohnt. Je länger sie darin lebte, desto mehr verwuchs sie mit ihrer Behausung und wollte sie dann nicht mehr verlassen - trotz anderer Angebote. Sie passten zueinander, eine ganz besondere Frau in einem ganz besonderen Haus, dessen historischen Wert sie erkannte und für dessen Erhaltung sie sich einsetzte.
Thea Hannemanns Leben umfasste beinahe das ganze vorige Jahrhundert. Geboren ist sie am 26.03.1902, gestorben am 18.06.1992. Den meisten ihrer Zeitgenossinnen hatte sie einiges voraus. Es fiel auf, dass sie Auto fahren konnte, studiert hatte, viele Leute kannte, darunter gesellschaftlich bedeutende, und eine umfangreiche Korrespondenz unterhielt, auch international. Dass sie Fremdsprachen beherrschte (u.a. Russisch, was wohl mit ihrer Herkunft zusammenhing), Klavier spielte und Unterricht gab, dass sie Teckel züchtete und außerdem Hühner, Kaninchen und Ziegen hielt. Besonders als Hundezüchterin mit dem Teckelzwinger ,,von Greifenberg" lebt sie im Gedächtnis der Bergfelder. Sie engagierte sich im öffentlichen Leben und verstand auch, sich durchzusetzen. Auf einer Versammlung der Bauernpartei sagte sie: ,,Ich spreche für die Ziegen des Kreises!" Die Bauern lachten wegen der Doppeldeutigkeit, Thea lachte mit, und sie erzählte diese Episode dann selbst weiter.
Lange vor diesem harmonischen Leben in Bergfelde gab es ein anderes für sie in einer dunklen, grausamen Zeit, als sie zu den Zwillingsschwestern kam, die sie als ihre Töchter aufzog. Für die 1943 im Konzentrationslager geborenen und vom Tode bedrohten Mädchen setzte sie ihr eigenes Leben ein und rettete sie. Dorothea Hannemann fertigte selbst Aufzeichnungen zu ihrem Leben und diktierte Erinnerungen. Ihre Freundin Renate Krahl, die auch die Informationen und Bilder für diese Seite gab, arbeitet an der Vervollständigung, zusammen mit den Pflegetöchtern.
Die Lebensgeschichte von Dorothea Hannemann ist wichtig für uns. Sie gehört ins Gedächtnis des Ortes Bergfelde und beansprucht einen Ehrenplatz im restaurierten Büdnerhaus.
Erhalt und die Restaurierung.......des Hauses möglich ist....
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